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Was ist ein eigentlich ein Comic/Cartoon/Comicstrip?

Ich denke im Großen und Ganzen wissen wir alle, wovon bei diesen Begriffen die Rede ist, es ist eher die Differenzierung, die den meisten Schwierigkeiten bereiten dürfte. Also beginnen wir das Ganze mal etwas formeller —

Will Eisner, ein sehr bekannter amerikanischer Comicautor, hat in den 80er Jahren für Comics den Begriff sequenzielle Kunst geprägt. Diese Definition hat Scott McCloud, ein ebenfalls sehr bekannter amerikanischer Comicautor jüngeren Semesters, in seinem Standardwerk Comics richtig lesen in den 90er aufgegriffen und folgendermaßen präzisiert:

Zu räumlichen Sequenzen angeordnete, bildliche oder andere Zeichen, die Informationen vermitteln und/oder eine ästhetische Wirkung beim Betrachter erzeugen sollen.

Alles klar? Ich denke, was wir jetzt alle vor Augen haben ist ein klassischer Comicstrip; mehrere aufeinander folgende Panels – zu Deutsch etwa: Bildtafeln (oder noch einfacher: Bilder) – die eine kurze Geschichte erzählen. Eben das, was man in der Tageszeitung seiner Wahl häufig zu sehen bekommt. Der Unterschied zu einem Cartoon ist bloß der, das letzterer aus einem einzigen Panel besteht. Denn rein inhaltlich gesehen haben sowohl Comicstrips als auch Cartoons meistens eine humoristische oder satirische Aussage. Nicht verwirren lassen sollte man sich allerdings von der Tatsache, dass im Englischen kurze Zeichentrickfilme ebenfalls gerne als Cartoons bezeichnet werden …

Der Begriff Comic an sich wird häufig mit Comicstrips assoziiert, die aufgrund ihrer Länge als Heft oder Buch herausgegeben werden. Tatsächlich ist er aber einfach nur ein Oberbegriff, wie obiges Zitat deutlich macht; Ob nun Comicstrips, Cartoons, Graphic Novels, etc. … Wovon wir hier eigentlich reden, sind Comics!

 

Also schön, das habe ich jetzt verstanden. Aber warum heißt dieser Blog dann comicromane.com?

Im Englischen gibt es den Begriff der Graphic Novel, und ich bin einfach mal so frei gewesen, das mit Comicroman zu übersetzen. Bilderroman wäre wohl auch gegangen, aber irgendwie assoziiere ich mit diesem Wort eher diese bebilderten Schmonzettenheftchen vom Kiosk um die Ecke … Also bleiben wir lieber bei Comicroman.

Ok, aber was ist nun eigentlich eine Graphic Novel/ein Comicroman? Nun ja, unter Graphic Novels versteht man Comics, die von Länge und Komplexität her eher einem Buch entsprechen. Diese Definition ist zwar etwas schwammig und auch nicht unumstritten, sollte an dieser Stelle aber genügen.

Meinen Blog habe ich so genannt, weil er sich eben hauptsächlich mit Comicromanen beschäftigt … und ich, was das sich ausdenken von Namen anbetrifft, anscheinend einfach nicht sonderlich kreativ bin.

 

Oh Gott, muss ich mir diese ganzen Begrifflichkeiten jetzt wirklich alle merken?

Nein, musst Du nicht. Eigentlich möchte ich nur, dass Du Dir Folgendes behältst: Ein Comic ist kein Genre, sondern ein Medium!!! Warum ich das mit 3 zugegebenermaßen ziemlich kindischen Ausrufezeichen betone? Ganz einfach, weil genau dieses Durcheinanderwerfen von Begrifflichkeiten dazu führt, dass viele Erwachsene immer noch zuerst an Micky Maus und Donald Duck denken, sobald irgendwo das Wort Comic fällt. Dabei gibt es Comicromane in den unterschiedlichsten Genres: Von Fantasy über Biographien bis hin zu Thriller und Kinder- und Jugendliteratur ist wirklich alles dabei! Also noch mal: Der Begriff Comic bezieht sich auf das Medium, nicht auf den Inhalt!